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Videos und Folien der Open Source Office Tagung sind online

08.09.2014 | von Matthias Stürmer

Im Rahmen der internationalen LibreOffice Konferenz 2014 wurde am 3. September 2014 in Bern im Professional User Track der vielseitige Einsatz von Open Source Office Lösungen bei Behörden und Unternehmen vorgestellt. Alle Videos und Folien der Vorträge sind online verfügbar.

Die Veranstaltung wurde durch die Arbeitsgruppe OSS der Schweizerischen Informatikkonferenz SIK und die Working Group Office Interoperability der Open Source Business Alliance organisiert. Die Begrüssung hielt Balthasar Glättli, Nationalrat und Mitglied des Kernteams der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit. Es folgten Vorträge zur professionellen Nutzung von LibreOffice und OpenOffice beim Schweizerischen Bundesgericht (460 Arbeitsplätze), in der Stadt München (15'000 Arbeitsplätze), bei der LVM Versicherung in Münster (13'000 Arbeitsplätze), bei der Österreichischen Justiz (12'000 Arbeitsplätze), bei den Schulen im Kanton Genf und in der französischen Verwaltung. Den Abschluss bildete eine Diskussionsrunde über die Ursachen und Handlungsmöglichkeiten warum Open Source Office Lösungen im professionellen Umfeld in der Schweiz erst wenig genutzt werden.

Berichterstattung durch inside-it.ch, 04.09.2014: "Wenig Open-Source-Office in der Schweiz"

 

Programm

09:30

Begrüssung durch Balthasar Glättli, 
Nationalrat Kanton Zürich und Kernteam Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit

09:45

Kurzportrait von LibreOffice-Dienstleister Collabora
Markus Mohrhard, Collabor-Entwickler

09:50

Daniel Brunner, Leiter Informatikdienst am Schweizerischen Bundesgericht
10 Jahre Open Source Office-Einsatz am höchsten Gericht der Schweiz

10:20

Dr. Jutta Kreyss, IT-Architektin bei der Landeshauptstadt München:
Einsatz von LibreOffice bei der Landeshauptstadt München

11:20

Dr. Thomas Serries, DV-Architekt bei der LVM Versicherung in Münster:
Individualisierung von Vertragswerken mit LibreOffice und Java

12:00

Gerhard Bissels und Michael Helfer, Universitätsbibliothek Bern:
LibreOffice und Open Source-Literaturverwaltung im akademischen Betrieb

14:00

Benjamin Sponring und Wolfgang Schlapschy, Bundesrechenzentrum GmbH Österreich:
OpenOffice.org in der österreichischen Justiz - Einsatzgebiete und Erfahrungen

14:35

Cyril Roiron, Kanton Genf:
Office suite usage in the canton of Geneva within education environnement

14:55

Laure Patas d'Illiers, Ministry of Finance, French government:
Free software in the French government administrations

15:30

Dr. Wolfgang Straub und Dr. Matthias Stürmer:
LibreOffice vs. Apache Open Office - technische, organisatorische und rechtliche Unterschiede

16:00

Diskussionsrunde: Open Source Büroautomatisation in der Schweiz
Teilnehmende: Erich Hofer (Vorsitzender SIK-Arbeitsgruppe OSS, IT-Leiter beim Kanton Bern), Fabia Hartwagner (educa.ch), Jutta Kreyss (München), Nicolas Christener (Adfinis SyGroup AG), Martin Seifert (office at work), Moderation: Marcel Hauri, IDG Communications AG (Computerworld, PCtipp)

 

10 Jahre Open Source Office-Einsatz am höchsten Gericht der Schweiz

Daniel Brunner, Leiter Informatikdienst am Schweizerischen Bundesgericht

Im Jahre 2001/2002 migriert das höchste Gericht der Schweiz auf OpenOffice. Nach einer kurzen Übersicht der Open Source IT-Strategie des Bundesgerichts erklärt Daniel Brunner in seinem Referat wie es zur Wahl der Office-Suite kam, was bei einer Migration zur quelloffenen Bürokommunikations-Software zu berücksichtigen ist, welche Erfahrungen er in den mehr als 10 Jahren Einsatz gemacht hat und wie er die Trennung zwischen LibreOffice und OpenOffice betrachtet.

Daniel Brunner ist IT-Leiter und technischer Leiter Software-Entwicklung am Schweizerischen Bundesgericht. Er hat zahlreiche strategische Informatik-Projekte geleitet, ist Open Source Software Spezialist und hat Erfahrung in der Entwicklung und Durchführung von IT-Strategien. Daniel Brunner hat an der Eidgenösischen Technische Hochschule Lausanne studiert und hat Weiterbildungen in Database Technologien und Software Programmierungs-Technologien absolviert.

 

Einsatz von LibreOffice bei der Landeshauptstadt München

Dr. Jutta Kreyss, IT-Architektin bei der Landeshauptstadt München

Der Vortrag behandelt folgende Fragen: Warum setzt die Landeshauptstadt München LibreOffice ein? Wie kam es zu dieser Entscheidung? Welche Anforderungen gibt es im allgemeinen in München an ein Office Produkt über die Fülle der Fachverfahren hinweg? Welche Probleme gibt es bei der Einführung, Nutzung und Anpassung von LibreOffice und wie geht die Stadt München damit um? Welche Rolle spielt dabei die Zusammenarbeit mit der Open Source Business Alliance?

Seit 2011 ist Dr. Jutta Kreyss IT-Architektin des IT-Dienstleisters der Stadt München (it@M) und verantwortlich für die Arbeitsplätze bei der LHM – hierbei speziell für LiMux. Als IT-Architektin liegt ihr besonderes Anliegen auf der Weiterentwicklung des LiMux Clients, seiner Anreicherung mit neuen Services, der dazugehörigen Softwareverteilung, der Integration des Clients in die bestehende und in die kommende Infrastruktur und dass it@M aus dem Clientteam heraus ein aktives Mitglied der Open Source Community ist.

 

Individualisierung von Vertragswerken mit LibreOffice und Java

Dr. Thomas Serries, DV-Architekt bei der LVM Versicherung in Münster

Die LVM Versicherung betreibt eine sehr hoch integrierte IT-Landschaft. Die Aufwände und Kosten für diese hohe Integration rechnen sich nur bei entsprechend häufigen Vorgängen. Für Vorgänge, die seltener anfallen, muss die LVM kostengünstigere Lösungen schaffen. So hat die LVM Versicherung eine Lösung für die Vertragsgestaltung mit neuen Agenturen basierend auf LibreOffice, OTF und Java geschaffen. Basierend auf von der Fachabteilung mit LibreOffice gepflegten Vorlagen können die neuen Verträge zusammengestellt und mit den individuellen Daten angereichert werden. Das resultierende Dokument wird mit LibreOffice weiterverarbeitet.

Dr. Thomas Serries ist seit 2004 Mitarbeiter der Abteilung DV-Infrastruktur der LVM Versicherung in Münster. Seine Aufgabenschwerpunkte sind die Konzeption der Konzernarbeitsplätze, die Konzeption und Implementierung der Systemsmanagement-Lösung sowie die Mitarbeit im Produktmanagement und bei der Neugestaltung von IT-internen Prozessen. Er studierte Wirtschafts-Informatik mit den Schwerpunkten Betriebswirtschaftslehre und Praktische Informatik. Anschließend promovierte er als Mitarbeiter am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Informationsmanagement an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

 

LibreOffice und Open Source-Literaturverwaltung im akademischen Betrieb

Gerhard Bissels, wiss. Leiter Fachbereichsbibliothek Bühlplatz und Fachreferent Medizin, Universitätsbibliothek Bern
Michael Helfer, Fachreferent Naturwissenschaften, Universitätsbibliothek Bern

Die beiden Referenten dieses Vortrags setzen seit Jahren LibreOffice und das OSS-Literaturverwaltungsprogramm Zotero in ihren Informationskompetenz-Schulungen für Studierende ein. Der Vortrag soll zeigen, wie diese Programme proprietäre Produkte (wie Microsoft Office, Endnote) ersetzen können, aber auch, welcher Entwicklungsbedarf bei LibreOffice, bei Zotero und bei deren wechselseitiger Integration besteht.

Gerhard Bissels: Studium der Klassischen Philologie in Trier, Freiburg, Heidelberg und Kiel (Staatsexamen), Modern Greek Studies an King's College London (M.A.), Library and Information Science an University College London (M.A.). Sekundarschullehrer für Deutsch in London, danach wissenschaftlicher Bibliothekar (University College London und UCL Hospitals). 2007 erste Implementation des OSS-Bibliothekssystems Koha in Grossbritannien. 2011-12 Consultant für OSS-Bibliothekssoftware. Seit Nov. 2012 an der UB Bern.

Michael Helfer: Studium der Geologie in Fribourg, Forschungstätigkeit und Assistenz an der ETH-Zürich, Universität Bern und am Naturhistorisches Museum Bern. Datenbankspezialist an der FAM Liebefeld, wissenschaftlicher Bibliothekar an der Nationalbibliothek und im Dokumentationsdienst der Parlamentsdienste im Bundeshaus in Bern. 2007 Abschluss des Certificat de formation continue en gestion de documentation et de bibliothèque, Universität Fribourg mit BBS. Seit 2009 an der UB Bern.

 

OpenOffice.org in der österreichischen Justiz - Einsatzgebiete und Erfahrungen

Benjamin Sponring und Wolfgang Schlapschy, Bundesrechenzentrum GmbH Österreich

Die österreichische Justiz setzt OpenOffice.org auf ca. 12'000 Arbeitsplätzen ein. Die Vortragenden geben zu Beginn einen kurzen historischen Abriss und erörtern vergangene sowie zukünftige Herausforderungen und Ziele. Besonders wird auf die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von OpenOffice eingegangen, wobei der Fokus auf der Entwicklung von Extensions sowie einem eigens entwickelten Vorlagenservice liegt.

Benjamin Sponring, MSc entwickelt bei der Bundesrechenzentrum GmbH Software für die österreichische Justiz. Seine Schwerpunkte sind Web-Entwicklung und OpenOffice-Erweiterungen. Im Zuge seiner Masterarbeit beschäftigte er sich eingehend mit der Entwicklung von Java Extensions für OpenOffice, woraus das JExO-Framework entstand.

DI Wolfgang Schlapschy arbeitet bei der Bundesrechenzentrum GmbH. Als Projektleiter und Produktarchitekt betreut er verschiedene Anwendungen für die österreichische Justiz, unter anderem auch im Bereich OpenOffice.

 

Office suite usage in the canton of Geneva within education environnement

Cyril Roiron, Chef de projet "Standards Ouverts et Logiciels Libres", education department of Canton of Geneva

Since a long time ago, the education department of the canton of Geneva (Département de l'instruction publique, de la culture et du sport) uses free and libre softwares. Amongst them, the office suite is heavily used by teachers and students. This presentation focus on the various uses in this context.

Cyril Roiron started working initially within eLearning field and is now responsible for the Canton of Geneva to promote open standards and free software use amongst users: teachers and students.

 

Free software in the French government administrations

Laure Patas d'Illiers, IT Engineer in the CIO department, Ministry of Finance, French government

Topics of the presentation are: Prime minister decision regarding the use of free software, working groups, especially MIMO, use of LibreOffice in the French government administrations, set of free software standards, ready to use set of desktop softwares, government procurement for free software support, and contributing bug corrections.

Laure Patas d'Illiers ist an IT engineer in the CIO department of the Ministry of Finance within the French government. She represents MIMO (Inter-Ministry Mutualisation for an Open Productivity Suite) in the Advisory Board of The Document Foundation.

 

LibreOffice vs. Apache OpenOffice – technische, organisatorische und rechtliche Unterschiede

Dr. Wolfgang Straub, Partner bei Deutsch Wyss & Partner 
Dr. Matthias Stürmer, Leiter Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit und Vorstandsmitglied /ch/open

Es wird aufgezeigt, welche organisatorischen und lizenztechnischen Gründe zur Aufspaltung von OpenOffice.org in die zwei Open Source Projekte Apache OpenOffice und LibreOffice geführt haben. Ausserdem werden die Lizenzmodelle und die Community-Strukturen von LibreOffice und Apache OpenOffice dargestellt und aus Sicht der Entwickler und der Anwender miteinander verglichen. Im Rahmen einer Fragenrunde können offene Punkte zusammen mit den anwesenden Community-
Mitgliedern diskutiert werden.

Dr. Wolfgang Straub, LL.M., ist Partner bei Deutsch Wyss & Partner in Bern. Er hat sich in zahlreichen Publikationen vertieft mit Fragen des IT-Rechts und Softwareschutzes auseinandergesetzt. Als Anwalt berät er vor allem öffentliche und private Auftraggeber bei der Beschaffung von IT-Systemen und IT Services. Wolfgang Straub hat an den Universitäten Bern, Basel, Lausanne und Genf studiert. Er hat als Lehrbeauftragter an der Universität Fribourg und der Hochschule für Wirtschaft in Luzern unterrichtet und an zahlreichen Veranstaltungen zu Themen des IT-Rechts und des öffentlichen Vergaberechts mitgewirkt.

Dr. Matthias Stürmer ist Leiter der Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit am Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Bern. Bis 2013 war er Manager bei EY (Ernst & Young) sowie als Projektleiter bei der Liip AG. Bis 2009 doktorierte er an der ETH Zürich und erforschte dort die Zusammenarbeit zwischen Open Source Communities und Technologie-Unternehmen. Matthias Stürmer ist seit 2006 Vorstandsmitglied der Swiss Open Systems User Group /ch/open, Leiter der Working Group Office Interoperability bei der Open Source Business Alliance und Mitglied der SIK-Arbeitsgruppe OSS.

 

Diskussionsrunde: Open Source Büroautomatisation in der Schweiz

Es ist kein Geheimnis: Die Nutzung von Open Source Office-Lösungen wie LibreOffice oder Apache OpenOffice wird heute in der Schweiz nur in wenigen Behörden und Unternehmen breit eingesetzt.

Währenddem in Ländern wie England oder Frankreich die höchste Vererwaltungsebene über das Open Document Format als Standard entscheidet und den weitreichenden Einsatz von Open Source Office Suites beschliesst, verwenden öffentliche Institutionen und die Privatwirtschaft in der Schweiz vorwiegend Microsoft Office. Warum ist das so und wie könnte die Situation verändert werden? Diesen und weiteren Fragen geht die Podiumsdiskussion nach.

Teilnehmende:

  • Erich Hofer, Vorsitzender SIK-Arbeitsgruppe OSS und IT-Leiter beim Kt. Bern
  • Fabia Hartwagner, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei educa.ch
  • Dr. Jutta Kreyss, IT-Architektin Stadt München
  • Nicolas Christener, Bereichsleiter Operations bei der Adfinis SyGroup AG
  • Martin Seifert, Geschäftsführer von office at work

Moderation: 
Marcel Hauri, Redaktionsleiter / Web-Director bei IDG Communications AG (Computerworld, PCtipp)



Weiterführende Informationen aus dem OSS Directory

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Anwendungen / Office- und Client-Anwendungen
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Letzte Aktualisierung: 30.11.2016  -  Anzahl Ansichten seit dem 01. April 2013: 88
Erstellt: 05.11.2012

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