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UK macht ODF zu seinem offiziellen Dokumentenstandardformat

25.07.2014 | von ZDNet, Steven J. Vaughan-Nichols (Übersetzung Rahel Winkelmann)

Die britische Regierung kehrt den Microsoft Office Formaten den Rücken zu und wendet künftig für sämtliche gemeinsam nutzbare Dokumente das Open Document Format an.

In den Jahren 2006 und 2007 gab es einen gewaltigen Disput zwischen Microsoft und der Open Source Community in Bezug auf ihre Dokumentenstandards OpenXML Dokumentenformat bzw. Open Document Format (ODF). Dieser führte schliesslich dazu, dass Microsoft die Anwendung von ODF unterstützte und  andere bekannte Open Source Office Pakete in den Hintergrund rücken liess.

Bis die britische Regierung am 22. Juli 2014 ankündigte, dass es nun für alle offiziellen Office-Pakete erforderlich sei ODF zu unterstützen. Mit dieser Aussage wurde die Welt der Dokumentenformate kurzerhand auf den Kopf gestellt.

Der britische Minister des Cabinet Office Francis Maude äusserte sich zu diesem Entscheid mit den Worten: „Die Regierung wird offene Formate nutzen, welche sicherstellen, dass Bürger und Regierungsangestellte diejenigen Applikationen benützen können, welche bei der Zusammenarbeit an bestimmten Dokumenten am besten ihren Bedürfnissen entsprechen.“

Die ausgewählten Standards sind PDF/A oder HTML zum Einsehen von Regierungsdokumenten und ODF zum Teilen oder kollaborativen Arbeiten an Regierungsdokumenten.

Weiter sagte Maude, dass diese Entscheidung aufgrund des längerfristigen Ziels einer stärkeren Wirtschaft und damit sämtlichen unterstützenden Massnahmen zum Geschäftswachstum gefallen sei. Die Regierung habe auf diejenigen gehört, welche versichert haben, dass Open Standards zu Kostenreduktionen sowie vereinfachter Kooperation mit der Regierung führen würden.

Andrew Updegrove, ein weltweit angesehener Standardexperte und Gründungspartner der Anwaltskanzlei Gesmer Updegrove äusserte sich in seinem Standardblog, ConsortiumInfo, folgendermassen über den Entscheid: „Das britische Cabinet Office hat geschafft was der Staat Massachusetts vor 10 Jahren erfolglos versuchte: Die Forderung nach Konformität verschiedenster Software mit ODF über alle Regierungsbehörden hinweg. Konformität mit sämtlichen existierenden Versionen von OOXML, das Konkurrenzdokumentenformat verfochten von Microsoft, ist weder nötig noch sinnvoll. Es war ein langer Weg, aber am Ende hat sich das Beharren auf offene, unabhängige Standards gelohnt."

Italo Vignoli, einer der Gründer der „The Document Fundation“, die Organisation hinter LibreOffice, sagte in einem Interview, dass es noch zu früh sei die vollständigen Auswirkungen auf das Office-Paket Ökosystem abzuschätzen. Weiter meinte er, dass dieser Entscheid ein Meilenstein in der Freiheit der Dokumente und dem Schutz der Leute vor Organisationen, welche versuchen diese in eine Art von Format zu drängen, sei. Die Entscheidung der britischen Regierung wird den Benutzern die Freiheit geben entweder Microsoft Office oder ein Open-Source Programm wie LibreOffice zu nutzen.

Eine Folge, welche sich klar aus dieser Entscheidung heraus ergibt, ist, dass alle Office-Paket Programme, welche ODF nicht unterstützen (bspw. Google Docs) Support für diesen Standard hinzufügen müssen. Ohne diesen werden sie bezüglich der britischen Regierungsgeschäfte wie auch anderen Office-Verträgen, welche ODF erfordern, nicht mehr wettbewerbsfähig sein.

 

Original-Artikel auf ZDNet:

UK makes ODF its official documents format standard

 

Weitere Quellen:

Britische Regierung schreibt ODF 1.2 als Datenformat vor
heise open - 23.07.2014
Für den Austausch von Dokumenten hat die Regierung des Vereinigten Königreichs die zukünftig einzusetzenden offenen Formate festgelegt.

Offene Formate: ODF und PDF werden Regierungsstandard im UK
Golem.de - 23.07.2014
Offene Formate: ODF und PDF werden Regierungsstandard im UK. Nach langer Konsultationsphase legt das Vereinigte Königreich ODF und PDF als verpflichtende Dateiformate fest.

Britische Regierung legt flächendeckend ODF als Standard fest
silicon.de - 23.07.2014
Es wird erwartet, dass sämtliche Regierungen das Open Document Format (ODF) unterstützten. Damit soll sichergestellt werden, dass Bürger und Regierungsmitarbeiter bei der Auswahl ihrer Software-Lösungen mehr Flexibilität bekommen.

Großbritannien macht offenes Dokumentenformat ODF verbindlich
Pro-Linux - 23.07.2014
Die Regierung Großbritanniens hat die offenen Standardformate festgelegt, die künftig für alle Behörden verbindlich gelten sollen. Ausgewählt wurden PDF/A, HTML und ODF.



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