DEFREN

Login und Suche



CH Open Sponsoren

Bedag Informatik AG - /ch/open-Sponsor
Open Source Studie 2015

Open Source Studie 2015

von Matthias Stürmer und Marcus Dapp | 09.08.2017

Die Open Source Stu­die 2015 zeigt, dass offene Stan­dards, Wis­sens­aus­tausch mit Com­mu­nities, Kos­ten­ein­spa­run­gen sowie mehr Unab­hän­gig­keit und Sicher­heit die Haupt­gründe sind, wes­halb Schwei­zer Behör­den und Fir­men auf Open Source Soft­ware setzen.

Die vierte Ausgabe der Open Source Schweiz Studie beschreibt die Erfahrungen und Meinungen von 200 Schweizer Organisationen mit Open Source Software. 38 Behörden, 98 ICT-Unternehmen sowie 64 Firmen und Organisationen aus anderen Branchen haben Einblick gegeben, wie und weshalb sie Open Source Software einsetzen und wo die Hindernisse liegen.

Bei Web-Servern, Datenbanken, Server-Systemen und Programmiersprachen ist der bereits hohe Einsatz von Open Source Software nochmals deutlich gestiegen: rund 70% aller Antwortenden setzen hier auf quelloffene Lösungen. Bis auf vereinzelte Ausnahmen ist die Nutzung in allen 25 erhobenen Einsatzgebieten im Vergleich zu 2012 gestiegen.

Der Shooting Star ist, wie auch in anderen IT-Bereichen, das Thema Cloud Computing mit einem Wachstum von 42%. Aber auch Security wächst rasant: Viele Anwender sind durch die unzähligen Enthüllungen, die durch Edward Snowden ausgelöst wurden und noch immer weite Kreise ziehen, verunsichert worden und suchen mehr Sicherheit für ihre IT und ihre Zielgruppen. Entsprechend hat dieses Thema um 36% zugelegt und zeigt die grosse Bedeutung auch in anderen Fragestellungen, wie dem Bedarf nach Dienstleistungen. Die Nachfrage nach Dienstleistungen für Open Source Software in den kommenden drei Jahre ist in den meisten Themengebieten zweistellig. Neben den genannten Kerngebieten werden bei Verschlüsselung und Security sowie Virtualisierung und Cloud eine hohe Nachfrage nach Unterstützungsleistungen erwartet.

Wer sind die Vielnutzer von Open Source?

Neu wurde ausgewertet, wer denn die Nutzer sind, die Open Source an vielen Stellen einsetzen. Rund ein Viertel der Teilnehmer sind demnach Vielnutzer, die in mindestens der Hälfte der Einsatzgebiete offene Technologien einsetzen. Über die Hälfte rangieren im Mittelfeld und 21% sind Wenignutzer, die Open Source bloss an drei oder weniger Anwendungsgebiete einsetzen. Eine interessante Erkenntnis ist, dass nur rund 1% der Verwaltungen sich als Vielnutzer einstufen lassen, aber rund ein Drittel der ICT-Unternehmen. Private setzen demnach Open Source Software an wesentlich mehr Stellen ein als Behörden.

Dass bei der öffentlichen Hand noch ungenutztes Potential liegen könnte zeigen auch Auswertungen der Kosteneinsparungen. Wie Kosteneinsparungen und der Grad des Open Source Einsatzes zusammenhängen ist eine neue Frage, die erstmals ausgewertet werden konnte. Die zentrale Erkenntnis: höhere Einsparungen gehen mit einem höheren Anteil intensiver Open Source Nutzung einher. Die «Top-Sparer» (20% und mehr des IT-Budgets) stellen mit über 80% auch den höchsten Anteil an Vielnutzern. Als Wenignutzer bleiben die Einsparungen hingegen limitiert. Man erkennt, dass signifikante zweistellige Kosteneinsparungen mit dem intensiven Einsatz von Open Source Lösungen einhergehen. Kein Wenignutzer schaffte mehr als 20% Kosteneinsparungen. Hingegen ist die grosse Mehrheit derjenigen, die mehr einsparen konnten, auch gleichzeitig Vielnutzer.

Die wichtigen Treiber bei den Kosteneinsparungen sind – trotz aller Diskussion, dass sie nur einen Teil der IT-Ausgaben ausmachen – weiterhin die Lizenzkosten. Fast 90% erzielten hier Einsparungen. Wartung und Support sowie der Hardware-Beschaffung wurden gar mehr Einsparungen erzielt als noch vor drei Jahren erwartet wurde. Hier unterschätzten die Teilnehmer das Potential.

Bei der Frage, was die wichtigen Gründe für den Einsatz von Open Source sind, wurde wieder deutlich, dass den Anwendern maximale Flexibilität bei der Gestaltung ihrer IT-Landschaft wichtig ist: Für die grosse Mehrheit der Antwortenden sind die Einhaltung offener Standards (86%), Wissensaustausch mit der Community (82%), Kosteneinsparungen (77%) und Lieferantenabhängigkeiten verringern (76%) die Hauptmotivatoren um auf Open Source zu setzen. IT-Anbieter müssen auf diese Erwartungen reagieren um weiterhin erfolgreich im Markt zu bestehen. Der Markt von proprietärer Software tut sich bei diesen Anforderungen naturgemäss schwer – was wiederum eine Chance für diejenigen Anbieter darstellt, die ihre Geschäftsmodelle an diesen Wandel anzupassen.

Was sind die Hinderungsgründe beim Einsatz?

Dennoch gibt es auch weiterhin Ursachen, die den Einsatz von Open Source Software behindern. Fehlende Schnittstellen (65%) und Abhängigkeiten von proprietären Systemen (64%) auf den ersten Plätzen deuten auf die schwierige Situation migrationswilliger Anwender hin: Die starren Strukturen bestehender Legacy-Systeme, die ohne den jeweiligen Hersteller fast nicht zu überwinden sind, verhindern einen einfachen Wechsel. Bei Open Source verunsichert auch immer noch die Frage der Lieferantenhaftung (63%) und der wahrgenommene Mangel an kommerziellem Support (62%). Erst danach werden Argumente genannt, die sich auf die Software selbst beziehen, wie fehlende Funktionalität oder Migrationsschwierigkeiten.

Das letzte Kapitel enthält auf diesen Erkenntnissen basieren einige Empfehlungen bereit: Die Verwaltung sollte beim kostensparenden Einsatz von Open Source aufholen und ausserdem die Rahmenbedingungen für den Einsatz weiter verbessern. Wichtig wäre dies bei der Förderung sicherer und offener Lösungen und dem Eintreten für offene Standards um die viel genannte Schnittstellenproblematik zu entschärfen – auch bei den eigenen IT-Beschaffungen. Auch die Zusammenarbeit über Organisationen hinweg wird noch viel zu wenig eingesetzt um kostengünstig in kleinen Konsortien Open Source Lösungen für Schnittstellen oder benötigte Funktionen umzusetzen.
Fazit: Das Thema Open Source ist im Schweizer IT-Markt angekommen und weist ansehnliche Wachstumsraten auf. Das dadurch gebotene Potential an technischen Innovationen und Kosteneinsparungen wird allerdings noch nicht überall optimal genutzt. Es besteht offensichtlich ein hoher Bedarf an Dienstleistungen, um die Vorteile von Open Source in die Realität umzusetzen.


herunterladen (PDF 4.9 MB)


Weiterführende Informationen aus dem OSS Directory

4teamwork AG

4teamwork.ch | 36 Mitarbeitende | 18 Referenzen | 15 Produkte


Digital Workplace Solutions Die 4teamwork wurde 2003 gegründet und beschäftigt 36 Mitarbeitende.
Zu unseren Kunden gehören die Kantone Appenzell Innerrhoden, Basel-Stadt, Basel-Lands...

» Mehr
Letzte Aktualisierung: 22.01.2020  -  Anzahl Ansichten seit dem 01. April 2013: 1388
Erstellt: 29.09.2012


Adfinis SyGroup AG

adfinis-sygroup.ch | 70 Mitarbeitende | 12 Referenzen | 87 Produkte


Im Jahr 2000 wurden die beiden Unternehmen Adfinis und SyGroup ins Leben gerufen. Mit der Fusion im 2012 zur heutigen Adfinis SyGroup haben wir uns über die Schweizer Grenzen hinaus zu einem ...

» Mehr
Letzte Aktualisierung: 07.01.2020  -  Anzahl Ansichten seit dem 01. April 2013: 1854
Erstellt: 13.10.2012

TYPO3

Anwendungen / Enterprise Content Management (Document and Content Management)
15 Firmen, 66 Referenzen


TYPO3 ist ein Enterprise-Content-Management-Framework auf Open Source Basisum Internet- und Intranet-Sites aufzubauen und zu betreiben. Das lizenzkostenfreie System ist bei KMU, Konzernen und ...

» Mehr
Letzte Aktualisierung: 13.12.2016  -  Anzahl Ansichten seit dem 01. April 2013: 138
Erstellt: 14.09.2012

TYPO3

Anwendungen / Enterprise Content Management (Document and Content Management)
5 Firmen, 2 Referenzen


TYPO3 ist ein Enterprise-Content-Management-Framework auf Open Source Basisum Internet- und Intranet-Sites aufzubauen und zu betreiben. Das lizenzkostenfreie System ist bei KMU, Konzernen un...

» Mehr
Letzte Aktualisierung: 06.09.2016  -  Anzahl Ansichten seit dem 01. April 2013: 3618
Erstellt: 09.03.2007

OSS Nutzer:
Vigier Management AG

OTRS bei der Vigier Management AG

Branche: Maschinenbau, Baugewerbe und andere Industrie


Die Vigier Management AG (nachfolgend Vigier) setzt seit 2013 OTRS ein. Anfang 2017 wurde das Trouble-Ticket System neu installiert. Die nachfolgende Beschreibung umfasst diesen Einsatz des ...

» Mehr
Letzte Aktualisierung: 01.09.2017  -  Anzahl Ansichten seit dem 01. April 2013: 585
Erstellt: 07.08.2017

OSS Nutzer:
ETH Zürich

OTRS bei dem Departement Biosysteme der ETH Zürich

Branche: Bildung Forschung


Das Departement Biosysteme der Technischen Hochschule Zürich (ETH) setzt seit der Gründung des Departements im Jahr 2007 das Open Ticket Request System (OTRS) ein. Die nachfolgende Beschre...

» Mehr
Letzte Aktualisierung: 27.08.2017  -  Anzahl Ansichten seit dem 01. April 2013: 315
Erstellt: 08.08.2017

OSS Nutzer:
Berner Fachhochschule

OTRS bei der Berner Fachhochschule

Branche: Bildung Forschung


Die Berner Fachhochschule (BFH) vollzog im Jahr 2011 anhand des Open Ticket Request Systems (OTRS) einen Trouble-Ticket Systemwechsel. Die nachfolgende Beschreibung umfasst den Einsatz von O...

» Mehr
Letzte Aktualisierung: 26.08.2017  -  Anzahl Ansichten seit dem 01. April 2013: 370
Erstellt: 08.08.2017

Mitgliedschaft bei /ch/open

Der Vorstand der /ch/open wird jährlich an der Mitgliederversammlung gewählt und arbeitet vorwiegend ehrenamtlich. Werden Sie Mitglied des Vereins /ch/open und unterstützen Sie die Förderung von Open Source Software in der Schweiz.

Einzelmitgliedschaft
Für alle, die persönlich die Anliegen und Aktivitäten von /ch/open unterstützen und kostenlos an Abendveranstaltungen und am Open Business Lunch teilnehmen möchten.
CHF 100.– pro Jahr

Einzelmitgliedschaft für Personen in Ausbildung
Personen in Ausbildung erhalten eine Ermässigung des Mitgliederbeitrags.
CHF 20.– pro Jahr

Kollektivmitgliedschaft
Für Unternehmen, öffentliche Verwaltung, Schulen und andere juristische Personen: Alle Mitarbeiter solcher Organisationen geniessen die gleichen Möglichkeiten und Vergünstigungen wie Einzelmitglieder. Eine definierte Kontaktperson erhält alle Korrespondenz.
CHF 450.– pro Jahr

Sponsormitgliedschaft
Für Mitglieder, welche die Anliegen der /ch/open besonders unterstützen möchten: Sponsormitglieder können Anfang Jahr am /ch/open Sponsoren-Dinner teilnehmen, werden auf der /ch/open Website und dem Portal www.opensource.ch mit Logo aufgeführt, in allen Mailings namentlich mit Link erwähnt und können beliebig viele Projekte und Referenzen im OSS Directory verlinken.
CHF 1000.– pro Jahr

Die Anmeldung für die Mitgliedschaft, die Vereinsstatuten sowie viele weitere Informationen sind auf der Website zu finden:
http://www.ch-open.ch/anmeldeformular_mitgliedschaft/

Twitter Feed







Links

Über unsNewsletterKontaktNutzungsbedingungenCH Open Initiativen