DEFREN

Login und Suche



CH Open Sponsoren

OSS Nutzer:
Pädagogische Hochschule Wallis

Website:
www.hepvs.ch/

Beschreibung:

Die Pädagogische Hochschule Wallis, kurz PH Wallis wurde im Jahre 2000 gegründet. Sie bietet Ausbildungen für die Stufen der Primarschule, der Sekundarschule und schulische Heilpädagogik an. Die PH Wallis hat zwei Standorte. Brig im Oberwallis und St. Maurice im französischsprachigen Teil des Kantons.

OneGov GEVER bei der Pädagogischen Hochschule Wallis

Branche: Bildung Forschung

Die Pädagogischen Hochschule (PH) Wallis nutzt die Open Source Software (OSS) OneGov GEVER. Die nachfolgende Beschreibung befasst sich mit dem Einsatz von dieser Software im Detail.

Ausgangslage:

An der PH Wallis, erfolgte bis zur Einführung von OneGov GEVER die Dokumentenablage zweisprachig auf dem Windows Explorer. Die Suchmöglichkeiten nach abgelegten Dokumenten waren eingeschränkt. Ebenfalls war die Länge der Dokumentennamen systembedingt beschränkt, was zu chaotischen Verhältnissen mit Mehrfachablagen führte. So kam die PH Wallis zur Einsicht, dass eine Software beschafft werden muss, die die Anwender in der Dokumentenablage unterstützen soll. Im Jahre 2007 startete die PH Wallis ein Ausschreibungsverfahren für die neue Software. Lediglich ein Anbieter konnte den Kriterienkatalog der PH Wallis erfüllen. Ein Testmodul des Anbieters wurde gekauft und installiert. Nach nur kurzer Testphase musste die PH Wallis einsehen, dass sich die Software im Alltag überhaupt nicht bewähren konnte. Die ganze Übung wurde abgebrochen. Die PH Wallis entschied sich danach, nicht noch einmal ein Ausschreibungsprozess zu starten. Bis im September 2010 wurden weitere Anwendungen getestet, die aber den Ansprüchen nicht gerecht wurden. Durch den Kanton Zug wurde die PH Wallis dann auf die Entwicklung von OneGov GEVER aufmerksam. Dadurch wurde 4teamwork direkt kontaktiert, mit welcher schon Erfahrungen in anderen Projekten gesammelt worden waren. Am ursprünglichen Ausschreibungsverfahren war 4teamwork nicht beteiligt. Ausschlaggebend war, dass durch die Open System Software-Lösung von 4teamwork keine Lizenzkosten anfallen würden und die PH Wallis so die Beschaffung freihändig vergeben konnte.

Beim Dienstleistungsbedarf sieht die PH Wallis insbesondere bei den Sicherheitsupdates, bei der Gewährleistungsübernahme und bei der Wartung und dem Support eine hohe Wichtigkeit.

Umsetzung:

In einem ersten Schritt wurden die Texte des OneGov GEVER ins Französische übersetzt. Im November 2011 erfolgte dann eine Testinstallation, die bis Oktober 2012 praktisch unverändert produktiv geschalten wurde. Anpassungen gab es neben der Zweisprachigkeit auch hinsichtlich der Rechteverwaltung und der Anpassung an die beiden Standorte der PH Wallis.

Zu Beginn der produktiven Phase war der Datentransfer von Laufwerk R in den OneGov GEVER mühevoll, da die "Drag and Drop" Funktion noch nicht vorhanden war. Es gab dafür ein kleines Programm, welches allerdings bei zu hohem Datenvolumen abstürzte. Kritik seitens der Anwender gab es auch bezüglich der Struktur des OneGov GEVER. Insgesamt empfanden die Anwender den OneGov GEVER als eher benutzerunfreundlich und langsam. Mittlerweile haben alle 120 Mitarbeiter im Prinzip Zugang zum OneGov GEVER. Die PH Wallis spürt aber weiterhin relativ grossen Widerstand gegen den OneGov GEVER. So benutzt auch die Direktion nicht konsequent den OneGov GEVER für geschäftsrelevante Dokumente.

Zielerreichung:

Für die PH Wallis überwiegen dennoch die Vorteile von OSS und von OneGov GEVER. Die Produktqualität wird von der PH Wallis, auch im direkten Vergleich mit einer intern vorhandenen Datenbank-Software, als sehr hoch empfunden. Der theoretische Vorteil von einer höheren Unabhängigkeit gegenüber Softwarelieferanten kann nur teilweise bestätigt werden, da die PH Wallis trotzdem vom Know-how einer Firma abhängig bleibt. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten wird mittlerweile auch die Benutzerfreundlichkeit von OneGov GEVER mehrheitlich positiv wahrgenommen. Dadurch hat sich auch die Akzeptanz deutlich verbessert. Die technischen Vorteile von OSS bezogen auf die OneGov GEVER bleiben jedoch für die PH Wallis ohne praktische Relevanz. Für den offenen Quellcode und damit die höhere Transparenz und höhere Sicherheit fehlt der PH Wallis das interne Know-how. Die Beurteilung einer besseren Leistungsfähigkeit ist aufgrund mangelnder Vergleichsmöglichkeiten für die PH Wallis nicht möglich.

Die hohe Anpassbarkeit von OSS an die eigenen Bedürfnisse stellte anfänglich der grosse Vorteil von OneGov GEVER dar. So konnten auf Wunsch der PH die neuen Funktionen wie die Standorte und die Zweisprachigkeit programmiert werden. Mittlerweile hat die PH Wallis den Eindruck, dass sich der OneGov GEVER Richtung Standardsoftware entwickelt hat und sie bei jedem neuen Release kämpfen müssen, dass die PH-spezifischen Funktionen nicht vergessen werden. Weiter wird die fehlende Dokumentation des OneGov GEVER eher als Nachteil empfunden. Auch die mangelnde Interoperabilität wirkt sich nachteilig aus. Dies ist aber nicht auf OSS Charakteristiken zurückzuführen. Für die PH Wallis haben sich sonst OSS spezifisch keine weiteren erheblichen Nachteile ergeben. Die unklare dauerhafte Nutzungsmöglichkeit wird zwar als Nachteil bestätigt. Durch das Vorhandensein von anderen wichtigen Anwendern, wie den Kanton Zug, fühlt sich die PH Wallis allerdings genug abgesichert.

Die grosse Flexibilität seitens 4teamwork und ihr Eingehen auf die Bedürfnisse der PH Wallis, indem sie beispielsweise auf den Wunsch der Mehrsprachigkeit eingegangen sind, führte dazu, dass OneGov GEVER mit positiven Erfahrungen assoziiert wird. Ein weiterer Vorteil bezüglich 4teamwork ist die Tatsache, dass 4teamwork national verankert ist. In diesem Sinne ist für die PH Wallis die nationale Herkunft von 4teamwork ein klarer Vorteil. Die Nähe der gemeinsamen Sprache und Kultur ist vorhanden. Frühere Erfahrungen haben gezeigt, dass die Kontaktaufnahme mit internationalen Lieferanten zeitlich aufwendiger und sprachlich schwieriger ist. Der Dienstleistungsbedarf bezüglich den Sicherheitsupdates, der Gewährleistungsübernahme, der Wartung und des Supports werden durch die 4teamwork zufriedenstellend erledigt.

Als Dienstleistungsart sieht die PH Wallis die Dokumentation als wichtig an. Die Dokumentation durch die 4teamwork wird jedoch bemängelt, weshalb sie als ungenügend erfüllt eingestuft wird. Den Dienstleistungsbedarf für die Sicherstellung der Kompatibilität, als auch für Schulungen werden wiederum von der PH Wallis als unwichtig eingestuft. Insbesondere Schulungen werden intern geregelt, dies hat den Vorteil, besser auf die Anwender und deren Vorkenntnisse eingehen zu können.

Die PH Wallis zahlt jährlich rund 24'000 CHF. Dies beinhaltet Wartungskosten, wie auch Supportstundeneinkaufskosten, sowie Personalkosten. Bei der Anschaffung konnte die PH Wallis im Vergleich zu einer proprietären Lösung rund 100'000 CHF sparen. In Zukunft erwartet die PH Wallis aber keine signifikanten Einsparungen. Das Nichtbezahlen von Lizenzkosten wird womöglich durch den Einkauf von Supportstundenkosten und auch die Mitfinanzierung von Entwicklungen ausgeglichen. Als kleine Organisation erwartet die PH Wallis aber indirekte Kostenvorteile durch die gemeinsame Weiterentwicklung des OneGov GEVER, da oft eher grössere Organisationen Weiterentwicklungen der Softwares vorantreiben, indem sie diese auch mehrheitlich finanzieren.

Fazit:

Falls allfällige Lizenzkosten von proprietären Anbietern weiter steigen, sich Anwender besser gemeinsam auf Weiterentwicklungen einigen und diese auch gemeinsam finanziert werden, hat OSS grosses Potenzial. Die PH Wallis findet es daher wünschenswert, wenn in Zukunft mehr OSS eingesetzt werden würde. Solche Entscheidungen liegen allerdings oft auf politischer Ebene. Dort fehlt es aber an Strategien und Massnahmen. Der Kanton Wallis ist dabei in einer speziellen Situation. Viele kleine Gemeinden im Kanton sind Aktionäre einer lokalen Softwarefirma. Da ist es naheliegend, dass von dieser Firma vorgeschlagene Produkte gekauft und genutzt werden. So fehlt der Wille OSS zu entwickeln und zu fördern.

 


Letzte Aktualisierung: 27.08.2017  -  Anzahl Ansichten seit dem 01. April 2013: 29
Erstellt: 19.08.2017

Eingesetzte OSS Produkte:

OneGov GEVER



Über OSS Referenzen

OSS Referenzen zeigen auf, bei welchen OSS Nutzern (Unternehmen und öffentlichen Institutionen) welche Open Source Lösungen eingesetzt werden. Ziel ist es, die Vielzahl von Einsatzgebieten von Open Source Software darzustellen. Deshalb ist es erwünscht, dass möglichst viele OSS Referenzen erfasst werden um die breite Verwendung der jeweiligen OSS Produkten aufzuzeigen.

Erfassen einer neuen OSS Referenz

Zur Erfassung einer OSS Referenz, muss zuerst die Registrierung als OSS Firma oder OSS Nutzer erfolgen. Neue OSS Referenzen können unter "Erfassung von OSS Referenzen" sowohl von den verantwortlichen OSS Firmen als auch von OSS Nutzer, welche über die OSS Referenz Bescheid wissen, erstellt werden. Ein registrierter User, welcher als OSS Firma oder OSS Nutzer eingeloggt ist, erhält das Recht, den Eintrag zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu editieren. 

Damit auf den ersten Blick klar ist, welches OSS Produkt hauptsächlich eingesetzt wurde, sollte der Titel einer Referenz stets im folgenden Format verfasst sein:"[Open Source Produkt] für [Kunde]" 

Die Beschreibung beinhaltet die Problemstellung, die Herausforderung, die Zielsetzung, die Vorgehensweise und das Resultat des Projektes. Die Angaben sollten möglichst mit konkreten Mengen- und Grössenordnungen erfasst werden.

 

Eine bestehende OSS Referenz bearbeiten

Wenn die bestehende OSS Referenz durch die eingeloggte OSS Firma oder den eingeloggten OSS Nutzer erstellt wurde, kann die Referenz unter "Eintrag bearbeiten" angepasst werden. 

Weitere Fragen oder Anregungen

Bei Fragen oder Anregungen kann das Redaktions-Team von www.opensource.ch per Mail an info(at)opensource.ch kontaktiert werden.

Twitter Feed







Links

Über unsNewsletterKontaktNutzungsbedingungenCH Open Initiativen