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OSS Nutzer:
Ärztezentrum Fellergut

Website:
www.aerztezentrum-fellergut.ch/

Beschreibung:

Das Fellergut ist ein Berner Ärztezentrum, welches vor über 40 Jahren gegründet wurde. Es besteht aus neun verschiedenen eigenständigen Arztpraxen. Darunter sind sowohl Hausärzte als auch spezialisierte Praxen.

Elexis bei dem Ärztezentrum Fellergut

Branche: Bildung Forschung

Seit dem Jahr 2007 verwendet die Praxis für Innere Medizin von Herrn Dr. med. Stefan Henzi die Open Source Software (OSS) Elexis im Ärztezentrum Fellergut. Die nachfolgende Beschreibung umfasst diesen Einsatz von Elexis im Detail.

Ausgangslage:

Die Praxis für Innere Medizin von Herrn Henzi arbeitet aktuell mit der Medelexis Version und ist Verwaltungsratspräsident der Medelexis AG. Am Anfang wurde ein Krankengeschichten-Archiv evaluiert. Es wurde jedoch erkannt, dass die Kosten äquivalent zu denen von Elexis wären. Letztendlich war der Preis und der offene Standard dafür ausschlaggebend, weshalb die Entscheidung für eine Software zugunsten von Elexis ausfiel.

Umsetzung:

Das Ärztezentrum Fellergut begann 2007 mit der Elexis Betaversion 0.9 zu arbeiten. Die Implementierung von Elexis fand über drei Monate hinweg statt. Dabei wurde der Elexis Gründer Dr. Gerry Weirich hinzugezogen. Bei der Implementation stellten die Funktionssicherheit der Datenbankserver und die stabile Datensicherung Herausforderungen dar. Seit der Einführung wird Elexis von den medizinischen Praxisassistenten, vier Ärzten, zwei Psychologen und einer Psychiaterin genutzt. Der Schulungsaufwand der Mitarbeiter dauerte lediglich drei bis fünf Stunden.

In der Praxis werden fast alle Anwendungen wie die Stammdatenverwaltung, die EKG und die Laboranbindungen für interne und externe Labors genutzt. Ein Barcodescanner wird nicht verwendet. Hingegen wird die Schnittstelle zu Röntgensystemen gelegentlich genutzt. Eine Interaktionsmöglichkeit bei der Medikationsverwaltung ist gegeben. Aufgrund dessen kann die Verträglichkeit von Medikamenten bei Patienten sichergestellt werden. Der Server und die Software werden auf Windows betrieben. Neben Elexis werden weitere OSS wie Open Office, die Datenbank PostgreSQL, Filezilla und Gimp für die Bildbearbeitung verwendet.


Zielerreichung:

In der Praxis im Fellergut wurde eine deutliche Produktivitätssteigerung durch das Wegfallen des Papierhandlings erzielt. Patientenberichte fallen nicht mehr in Papierform an, sondern werden digital erfasst und geführt. Die Abrechnung von Leistungen, welche telefonisch erbracht werden, können heute viel konsequenter verarbeitet werden.

Die allgemeinen Vorteile von OSS, welche in der Literatur genannt werden, trafen weitgehend auf Elexis in der Arztpraxis zu. Dazu zählen vor allem die Kosteneinsparungen durch die freie Verfügbarkeit der Software von Medelexis. Diese betragen jährlich ca. 2'500 CHF. Die Reduktion der Abhängigkeit zu Softwarehersteller und die erhöhte Sicherheit durch die Offenheit des Quelltextes treffen vollständig zu. Die verschiedenen Arten wie Sicherheitsupdates sind dabei sehr wichtig für die Praxis. Probleme werden aber durch die Medelexis schnell behoben. Die Medelexis Version wird ständig weiterentwickelt. Ausserdem ist es für jeden möglich direkt auf die Datenbank zuzugreifen, um Veränderungen vorzunehmen. Durch die offenen Standards wurde eine bessere Austauschbarkeit von Daten mit anderen Akteuren im Gesundheitswesen erreicht. Für die Erhaltung der Stabilität von Elexis wird viel Arbeit investiert. Auch Innovationen fliessen dabei häufig ein.

Die allgemeinen literaturtypischen Nachteile bezüglich OSS treffen für Elexis weniger zu. Seit dem Jahr 2007, wo Elexis im Einsatz ist, ergaben sich für die Praxis bis anhin noch keine Probleme. Im Moment sind viele Schnittstellen in Bearbeitung. Es bestehen aber schon viele Verbindungen zu Laborgeräten und die Austauschbarkeit von Stammdaten ist gegeben. Die Bedienoberfläche von Elexis ist intuitiv und einfach verständlich. Zudem kann bei Elexis auch die Oberfläche nach den eigenen Bedürfnissen angepasst werden.

Die Sicherheitslücken sind hingegen ein bestehendes Problem von Elexis. Da die Datenbanken nicht verschlüsselt sind, könnten erhebliche Probleme auftreten. Die einzige Lösung wäre eine Verschlüsselung der Daten. In Elexis fehlen zudem aktuell noch Qualitätssicherungs- und Expertensysteme. Wenn dies nachgeholt werden würde, könnte künftig noch besser auf Problemstellungen der Anwender eingegangen werden. Weiter stellt bei der Weiterentwicklung die häufig fehlende Dokumentation ein Problem dar. Fehlt es an Dokumentation bei der Weiterentwicklung, können Erneuerungen schlecht nachvollzogen werden.

Ein Kritikpunkt ist die kleine Community, wobei Elexis diesbezüglich an einem Wendepunkt steht. Es gibt aktuell ein Projekt mit dem Ärztenetzwerk Medix, an der die Medelexis aufgrund der Grösse ein grosses Potenzial sieht. Schweizweit gehören zu diesem Ärztenetzwerk 300-400 Arztpraxen der Grundversorgung an. Damit diese Praxen Elexis aktiv fördern können, muss noch die Entwicklung von Schnittstellen zu der Software Vitodata abgewartet werden.
Zum jetzigen Standpunkt lässt sich aber trotzdem festhalten, dass die Open Source Community trotz ihrer kleinen Grösse, im Vergleich zu anderen Praxisverwaltungssystemen sehr gut funktioniert.

Herr Henzi hat bis jetzt rund 4'000 Franken in die Entwicklung investiert. Er selber beteiligte sich auch schon an der Weiterentwicklung und gab auch Plug-Ins in Auftrag.
Die Medelexis Gebühren von 2'500 Franken liegen an der umfangreichen Elexis Version, welche in der Praxis eingesetzt wird. Die üblichen Nutzungslizenzen liegen bei 2'000 CHF im Jahr. Zusätzlich können so genannte Support-Abos gekauft werden, um während der Laufzeit von einem technischen Support zu profitieren. Wenn die Medelexis mit anderen Softwareanbietern vergleichen werde, können exorbitante Einsparungen erzielt werden. Beispielsweise betrugen bei zwei eingeholten Offerten anderer Anbieter, schon die Anschaffungskosten 45'000 Franken. Bei beiden kamen die jährlichen Supportkosten, welche 10-15% der Primärkosten ausmachten, hinzu. Demzufolge ist das Einsparpotential sowohl bei den Lizenzkosten als auch bei den Wartungs- und Supportkosten mehr als 30%. Der Vorteil bei der Medelexis Version ist die uneingeschränkte Anzahl an Installationen auf Praxisarbeitsplätzen. Die Hardwarebeschaffungskosten waren gering da ein einfacher Windows PC, als Datenbankserver ausreicht.

Fazit:

Für die Praxis im Fellergut überwiegen die Vorteile von Elexis und der OSS im Allgemeinen deutlich. Im Gesundheitswesen sollte OSS und vor allem die offenen Datenstandards gefördert werden. Das Ziel der Medelexis ist es einerseits Elexis gratis anzubieten, andererseits einen gebührenpflichtigen Dienstleistungsbereich bereitzustellen wie es Red Hat, der Weltmarktführer für OSS Dienstleistungen, tut.

Aktuell wird an der Schnittstelle zu einer anderen elektronischen Krankengeschichte gearbeitet. Dabei hat sich eine Zusammenarbeit mit einem neuen Ärztenetz ergeben. Elexis wird dort vor allem in der Administration verwendet. Aktuell gibt es hierfür ein neues Projekt namens eHealth-Connector, welches ein Datenaustauschformat unterstützen soll. Der eHealth-Connector konnte sich bereits etablieren und es bestehen erste Projekte mit der Impfdatenbank des Bundes, weil der Bund ein Austauschformat für Impfdaten unterstützen möchte.

 

 


Letzte Aktualisierung: 27.08.2017  -  Anzahl Ansichten seit dem 01. April 2013: 106
Erstellt: 20.08.2017

Eingesetzte OSS Produkte:

Apache OpenOffice (AOO)
Elexis
Gimp
PostgreSQL
Red Hat Enterprise Linux (RHEL)



Über OSS Referenzen

OSS Referenzen zeigen auf, bei welchen OSS Nutzern (Unternehmen und öffentlichen Institutionen) welche Open Source Lösungen eingesetzt werden. Ziel ist es, die Vielzahl von Einsatzgebieten von Open Source Software darzustellen. Deshalb ist es erwünscht, dass möglichst viele OSS Referenzen erfasst werden um die breite Verwendung der jeweiligen OSS Produkten aufzuzeigen.

Erfassen einer neuen OSS Referenz

Zur Erfassung einer OSS Referenz, muss zuerst die Registrierung als OSS Firma oder OSS Nutzer erfolgen. Neue OSS Referenzen können unter "Erfassung von OSS Referenzen" sowohl von den verantwortlichen OSS Firmen als auch von OSS Nutzer, welche über die OSS Referenz Bescheid wissen, erstellt werden. Ein registrierter User, welcher als OSS Firma oder OSS Nutzer eingeloggt ist, erhält das Recht, den Eintrag zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu editieren. 

Damit auf den ersten Blick klar ist, welches OSS Produkt hauptsächlich eingesetzt wurde, sollte der Titel einer Referenz stets im folgenden Format verfasst sein:"[Open Source Produkt] für [Kunde]" 

Die Beschreibung beinhaltet die Problemstellung, die Herausforderung, die Zielsetzung, die Vorgehensweise und das Resultat des Projektes. Die Angaben sollten möglichst mit konkreten Mengen- und Grössenordnungen erfasst werden.

 

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